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Kundenprojekt · Produktionsstillstand · Steuerungsneubau im Sommer 2026

Die Mechanik hat noch Wert.
Die Steuerung darf nicht das Ende der Anlage bedeuten.

GRECON Type 2004 — Neuaufbau der Steuerung einer Holzkapp- und Sortierlinie. Ablösung einer DOS-Architektur mit proprietären Karten durch WAGO / CODESYS unter Erhalt der vorhandenen Mechanik.

Der Kunde konnte nicht mehr produzieren: Die Logikkarten als Herzstück der Steuerung waren defekt und nicht reparierbar. Die Steuerung musste neu aufgebaut werden, damit die Linie unter Erhalt ihrer mechanischen Basis wieder produzieren konnte. Beobachten, Ereignisse nachvollziehen, eingreifen und vor Ort prüfen.

Praxisbericht von OMNIATEC.

Das Projekt in vier Fakten.

Produktion stillgelegt

Die Logikkarten waren ausgefallen und nicht reparierbar.

Mechanik erhalten

Der Neuaufbau konzentrierte sich auf die Steuerung der Linie.

Steuerung neu aufgebaut

Die alte Architektur wurde durch WAGO / CODESYS ersetzt.

Produktion wieder aufgenommen

Die Linie wurde mit der neuen Steuerung schrittweise wieder in Betrieb genommen.

Die Basis ist für künftige Rückverfolgbarkeit und Produktionsdatennutzung vorbereitet. Verbesserungen bei Taktzeit und Verfügbarkeit müssen über repräsentative Betriebszeiträume gemessen werden.

01 · Die betriebliche Entscheidung

Nutzbare Substanz erhalten. Kritische Steuerungsfunktionen neu aufbauen.

Die mechanische Basis wurde beibehalten und die Steuerung neu aufgebaut. Entscheidend waren der verbleibende Nutzen der Anlage und das Risiko einer nur noch schwer instand zu haltenden Architektur.

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Investition abwägen

Mechanischen Zustand, Lieferzeit, Stillstand und Gesamtkosten eines gezielten Retrofits mit den Alternativen vergleichen.

BETRIEBSLEITUNG

Arbeiten mit der Produktion abstimmen

Produktionshindernisse erkennen, Prioritäten festlegen und Änderungen mit den Teams schrittweise umsetzen.

INSTANDHALTUNG

Störungen nachvollziehbar machen

Gekennzeichnete Signale, eindeutige Maschinenzustände und Ereignisaufzeichnungen für die Ursachenanalyse nutzen.

02 · Das tatsächliche Verhalten verstehen

Die Steuerung der gesamten Linie rekonstruieren.

Die ursprüngliche Lösung verband DOS-Software mit proprietären Logik- und E/A-Karten. Die Logikkarten waren defekt und nicht reparierbar; der Kunde konnte nicht mehr produzieren. Betriebsregeln mussten rekonstruiert, Bewegungen koordiniert und Stillstände nachvollziehbar gemacht werden. Der Kunde hatte zuvor ein Audit veranlasst. OMNIATEC ergänzte diese Grundlage durch Beobachtungen, Schnittstellenprüfungen und Versuche an der Anlage.

Illustration einer GRECON Type 2004 mit Andruckrollen und abgelängten Holzteilen am rechten Auslauf.
GRECON Type 2004. Illustration nach historischen Unterlagen; die abgelängten Teile verlassen die Maschine rechts.
  1. ZuführungBrett freigeben.
  2. ÜbergabeMaterial weitergeben.
  3. MessungMaße und Fehler erfassen.
  4. Säge / KettePositionieren, halten, sägen.
  5. SortierungTeile verfolgen und ausschleusen.

Holz folgt keinem starren Standardablauf.

Brettlängen, Geometrie und Fehlerstellen variieren. Ein Brett kann reiben, klemmen oder an einem Riss auseinanderbrechen. Aus einem erwarteten Reststück können mehrere Fragmente werden, die Lichtschranken einzeln oder nur teilweise erfassen.

Die Aufgabe besteht darin, diese Schwankungen in zuverlässige Steuerungsentscheidungen zu übersetzen. Physische Beobachtungen werden mit den Signalen abgeglichen, um mechanische Blockaden, unerwartete Erfassungen und Fehler in der Steuerungslogik zu unterscheiden.

Vor Ort ist ein Stillstand zunächst ein Sachverhalt, der erklärt werden muss. Die Korrektur folgt danach.

03 · Unter realen Einschränkungen entscheiden

Verfügbare Hardware. Software innerhalb ihrer Leistungsgrenzen.

Der WAGO PFC200 G2 wurde wegen seiner sofortigen Verfügbarkeit bei der Beschaffung gewählt. Die verfügbare Rechenleistung bestimmte die Softwarearchitektur mit. Manche Lösungsansätze mussten überarbeitet werden, weil sie zu viele Ressourcen beanspruchten. Gefordert war ein ressourcenschonendes, nachvollziehbares und wartbares Programm.

SPS und Ein-/Ausgänge
WAGO PFC200 G2, Baureihe 750-8212, mit WAGO-Modulen. Zuordnung der Feldsignale zu Programmvariablen.
Programmierung
CODESYS V3.5, überwiegend Strukturierter Text. Kurze Zonenabläufe, eindeutige Schnittstellen, begrenzte Parameter und zentrale Ausgangsansteuerung.
Messung
Hohner-Inkrementalgeber und SICK-Erfassungstechnik in die Steuerung eingebunden. Weg, Abmessungen und Qualitätsinformationen bestimmen Schnittentscheidungen.
Bestehende Komponenten
Vorschub, Stopp, Andruckrollen, Säge und Auswerfer koordinieren und die Voraussetzungen jedes Schrittes prüfen.
Bedienung und Daten
Bedienoberfläche, Einstellungen, Alarme und CSV-Schnittaufträge mit Prüfung vor der Aktivierung.
Projektpartner

Bei Produktionsstillstand zählt eine schnelle Reaktion.

Das Projekt stützte sich auf Elektroplanung und Schaltschrankbau von Alsace STI, WAGO-Steuerungstechnik und von Electro-Rhin gelieferte Komponenten.

Schaltschrankbau

Alsace STI

Ein Schaltschrank mit besonders kurzer Fertigungszeit.

Alsace STI erstellte die Schaltpläne und fertigte den Schaltschrank unter dem Zeitdruck des Projekts. Die schnelle Umsetzung unterstützte den Neuaufbau der Steuerung.

Steuerungstechnik

WAGO

Der WAGO PFC200 G2 und die E/A-Module bilden den Hardwarekern der neu aufgebauten Steuerung.

Lieferung elektrischer Komponenten

Electro-Rhin

Electro-Rhin lieferte elektrische Komponenten sowie Signal- und Bedienelemente für den Neuaufbau.

Illustration des Schaltschranks im GRECON-Projekt mit geöffneter rechter Tür, WAGO-SPS im oberen Bereich und darunter angeordneten Komponentenreihen.
Schaltschrank aus dem GRECON-Projekt. Illustration nach einem vor Ort aufgenommenen Foto.
04 · Reaktionsfähigkeit der Steuerung erhalten

Die Maschinensteuerung hat Vorrang.

Der Rechenaufwand hängt von Brettlänge, Fehlerstellen und Schnittmöglichkeiten ab. Entscheidungen müssen sich an das Material anpassen; der Aufwand je Verarbeitungsschritt muss trotzdem begrenzt bleiben. Bewegungen und prozessrelevante Messungen haben Vorrang. Datenverarbeitung und Anzeigeaktualisierung werden getrennt organisiert.

MASCHINE

Maschinensteuerung

Zonenabläufe, Koordination, Plausibilitätsprüfungen und Steuerungsentscheidungen.

DATEN

Datendienste

Zeitlich verteilte Verarbeitung, Datenverwaltung und Auswertung der Diagnoseaufzeichnungen.

BEDIENUNG

Bedienoberfläche

Maschinenzustände und Betriebsinformationen; Anzeigeaufgaben getrennt von der Steuerung.

05 · Material, Schnitt und Sortierung verbinden

Vom vermessenen Brett bis zum richtigen Auslauf.

Bewegung allein genügt nicht. Erfasstes Material, Schnittplan, tatsächliche Position und Ziel jedes Teilstücks müssen zusammenpassen.

MATERIAL / AUFTRÄGE

Schnittregeln abbilden

Bestelllängen, Fehlerstellen, Qualitäten, Schnittfuge und Brettenden bestimmen Nutzstücke, Nebenprodukte und Reststücke.

POSITION / SCHNITT

Die tatsächliche Bewegung prüfen

Geberwerte auswerten, Anfahrprofile organisieren und den Stillstand vor Niederhalten und Sägen prüfen.

SÄGE / SORTIERUNG

Nachgelagerte Kapazität berücksichtigen

Schnitt und Verfügbarkeit der Sortierung abstimmen, Teile zwischen den Zonen verfolgen und notwendige Abstände für Auswerfer einhalten.

STOPP / WIEDERANLAUF

Vor dem Neustart verstehen

Erste Stoppursache und Kontext aufzeichnen, fehlende Bedingungen erkennen und Wiederanlaufregeln festlegen. Eine Quittierung allein darf keine Bewegung starten.

06 · Mit der laufenden Produktion in Betrieb nehmen

Steuerung unter realen Betriebsbedingungen weiterentwickeln.

Diagnose und Weiterentwicklung liefen während eines eingeschränkten Produktionsbetriebs weiter. Lärm, Materialschwankungen, mechanische Störungen, Fehlauslösungen und Rücksetzungen durch Bediener erschwerten die Auswertung. Relevante Ereignisse mussten rekonstruiert werden, bevor ein neuer Versuch sie überlagerte. Auch Bedienabläufe wurden gemeinsam überprüft: Wiederanlaufbedingungen, Störungsbehandlung und bisherige Umgehungslösungen.

  1. Bestand aufnehmen

    Audit und Unterlagen nutzen, E/A-Zuordnungen prüfen und offene Fragen benennen.

  2. Funktionen beschreiben

    Zustände, Übergänge und Freigaben zwischen Messung, Sägen und Sortieren festlegen.

  3. Lesbar strukturieren

    Physische Signale, Maschinenzustände, Parameter, Bedienbefehle und Alarme trennen.

  4. Offline prüfen

    Gezielte Szenarien und Regressionsprüfungen nutzen; Versionen vor Maschinenversuchen kennzeichnen.

  5. An der Linie erproben

    Messung, Brettenden, Stopps und Wiederanläufe prüfen. Betroffene Sicherheitsfunktionen gesondert bewerten.

  6. Für den Betrieb dokumentieren

    Schnittregeln, Parameter und Bedienhandlungen festhalten, Versionen aufbewahren und Maschinenverhalten erklären.

07 · Der Beitrag von OMNIATEC

Eine kritische Anlage wieder beherrschbar machen.

OMNIATEC betrachtet Mechanik, Elektrik, Automatisierung und Prozess im Zusammenhang. Zuerst wird geklärt, was feststeht; anschließend werden produktionskritische Funktionen priorisiert und Änderungen nachvollziehbar geprüft. Dokumentation und Übergabe entstehen mit der Lösung, damit die Teams sie verstehen und instand halten können.

01

Vor dem Austausch verstehen

Maschinenverhalten, Schnittstellen und betriebliche Einschränkungen rekonstruieren.

02

Produktionshindernisse priorisieren

Akute Blockaden von späteren Verbesserungen unterscheiden.

03

Schrittweise in Betrieb nehmen

Kritische Funktionen vor dem nächsten Schritt prüfen und Änderungen eindeutig versionieren.

04

Wartbare Grundlagen schaffen

Betriebsregeln, Diagnose, Parameter und Zuständigkeiten nachvollziehbar festhalten.

Die Mechanik ist nutzbar, die Steuerung wird zum Schwachpunkt?

Beschreiben Sie Maschine, Symptome, verfügbare Unterlagen und betriebliche Einschränkungen. OMNIATEC hilft bei der Entscheidung zwischen Reparatur, Zuverlässigkeitsverbesserung, Modernisierung und Neuaufbau.

Vor Ort im Elsass und in Baden-Württemberg

OMNIATEC hat seinen Sitz in Scherwiller bei Sélestat im Elsass und arbeitet direkt an Industriestandorten im Elsass und in Baden-Württemberg. Einsätze werden projektbezogen geplant, unter anderem im Raum Straßburg, Colmar, Mulhouse, Freiburg, Offenburg, Karlsruhe und Stuttgart. Arbeitssprachen: Deutsch, Französisch und Englisch.

Nennen Sie den Standort, die betroffene Maschine oder den Prozess und das aktuelle Problem. Im ersten Gespräch klären wir den Bedarf. Diagnoseeinsätze und technische Studien werden anschließend angeboten.

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